PR-Couch Teil 47
Propaganda
Kann Propaganda unsere Wahrnehmung manipulieren? Werden alle Skrupel ausgeschaltet? Wird manipulativ, unsachlich und vortäuschend gearbeitet? Was steckt hinter dem Begriff?
Propaganda bedeutet eine „systematische Verbreitung politischer, weltanschaulicher oder ähnlicher Ideen und Meinungen [mit massiven (publizistischen) Mitteln] mit dem Ziel, das allgemeine [politische] Bewusstsein in bestimmter Weise zu beeinflussen“ (Thymian Bussemer: Propaganda. Konzepte und Theorien).
Ableiten lässt sich der Begriff Propaganda vom biologischen Terminus „propagare“ (latein: ausdehnen, fortpflanzen). Der Begriff wurde zwar erst während des Dreißigjährigen Krieges eingeführt, doch das Konzept ist schon im antiken Griechenland zu finden. Die katholische Kirche nahm diesen Begriff auf, um ihre christlichen Missionstätigkeiten zu bezeichnen. Sie schuf damit eine positive Sinndeutung, die während der Französischen Revolution erstmals einer negativen Bedeutung weichen musste, da die gegenrevolutionäre Seite den Begriff zur abwertenden Darstellung der avantgardistischen Politik gebrauchte. Die Nationalsozialisten nutzten Propaganda für ihre politischen Zwecke.
Ab den 1960ern begann man in wissenschaftlichen Kreisen den Begriff der Propaganda umzudefinieren. Die einheitliche Form des Begriffs verschwamm immer mehr und wurde folglich zu einem kommunikationswissenschaftlichen Begriff. Ursprünglich wurde von einer starken Wirkung von Propaganda ausgegangen – ebenso, wie den Medien in den frühen kommunikationswissenschaftlichen Theorien eine unmittelbare und starke Wirkung auf die Rezipienten nachgesagt wurde. Inzwischen ist man von diesen Annahmen aber – wie insgesamt in der Medienwirkungsforschung – abgewichen.
Heutzutage hat der Begriff Propaganda primär negative Aspekte und wird in Verbindung mit Kriegshetzerei oder politischen bzw. medialen Manipulationen gebracht.
Vertiefende Literatur:
Bernays, Edward: Edward Bernays Propaganda. Die Kunst der Public Relations. Orange Press; 1. Auflage, 2007