PR Couch Teil 33
Mitarbeiterzeitschrift
Mitarbeiterzeitschriften zählen zu den Kommunikationsinstrumenten von Unternehmen. Die primäre Zielgruppe sind Mitarbeiter und pensionierte Kollegen. Herausgegeben wird dieses Medium von der Unternehmensleitung. Die Themen beinhalten vorrangig das Unternehmen. Die ersten Mitarbeiterzeitschriften wurden Mitte des 19. Jahrhunderts in amerikanischen Unternehmen herausgebracht (1847 in Vernon, Name der Zeitschrift nicht bekannt). Im deutschsprachigen Raum wurden nur einige Jahre später Informationsblätter für Mitarbeiter veröffentlicht (1882, Holland – Werkjournal; 1888, Deutschland – Schlierbacher Bote). Das damalige Ziel war es, die Kluft zwischen Arbeitnehmer und Unternehmensleitung zu minimieren.
Wie erfolgreich ein Unternehmen sein kann, hängt auch verstärkt davon ab, wie transparent die innerbetrieblichen Kommunikationsprozesse (siehe PR-Couch Teil 22) ablaufen. Die interne Kommunikation entwickelt sich immer mehr zu einer wichtigen Thematik für innerbetriebliche Presseabteilungen oder externe PR-Agenturen.
Eine Mitarbeiterzeitschrift kann eine ganze Reihe an Funktionen erfüllen:
- Versorgung der Mitarbeiter mit Informationen
- Die Ziele und Zukunftsperspektiven des Unternehmens werden für die Mitarbeiter transparenter
- Steigerung der Mitarbeitermotivation
- Eine verbesserte Unternehmensidentität des Mitarbeiters
- Mitarbeiter setzen sich aktiver mit dem Unternehmen auseinander
- Die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen wird verbessert
- Ein gewisser Unterhaltungswert durch die Zeitschrift (Witze, Rätsel)
Ein Unternehmen muss allerdings auch bedenken, dass durch solch eine Publikation Informationen über das Unternehmen nach Außen gelangen können. Deshalb sollten die Redakteure die Themen so selektieren, dass kein Wettbewerbsnachteil für das Unternehmen entstehen kann.
Durch das Aufkommen des Intranet hat die Mitarbeiterzeitschrift starke Konkurrenz bekommen. Eine Neupositionierung in der internen Kommunikationsstruktur war von Nöten. Der Newscharakter liegt nun eher beim Intranet, während sich die Mitarbeiterzeitschrift zu einem Magazin mit Tiefgang entwickelt.
Eines sollte bei der Veröffentlichung einer Mitarbeiterzeitschrift nicht vergessen werden: Weder soll sie zum Sprachrohr der Firmenleitung werden, noch die Beschwerdestelle der Mitarbeiter. Ein ausgewogenes Verhältnis sollte vorherrschen, damit die Zeitschrift eine gewisse Glaubwürdigkeit unter den Mitarbeitern bewahren kann.
Vertiefende Literatur:
Viedebantt, Klaus: Mitarbeiterzeitschriften. Inhalt, Konzeption, Gestaltung. FAZ-Verlag, 2005